Bettina Balàka (Die Presse) schreibt am Samstag, den 11. Juli anläßlich des Semesterendes einen Artikel zur Bildungsdiskussion und verweist auf ein Buch, das „26 Thesen zur Bildung als Herausforderung“ liefert. Einige Streifzüge in diesem Artikel sollten uns GewerkschafterInnen in der Diskussion um die gesellschaftlichen Bildungspolitik als auch in der internen Bildungspolitik zu denken geben.   Von den 26 Beiträgen in dem oben zitierten Buch sind gerade mal drei Beiträge von Frauen geschrieben – ein typisches Merkmal unseres Bildungssystems wie die Autorin feststellt:

So beleuchtet dieses Buch einen Aspekt, der darin selbst gar nicht erwähnt wird: Trotz aller Fortschritte, die Frauen im 20. Jahrhundert im Bildungssystem erreicht haben, bleibt auch im 21. unverändert, dass sich an der Spitze der Pyramide, dort, wo die Posten rar und die Gehälter hoch sind, die weibliche Partizipation dramatisch ausgedünnt zeigt.

Die aktuelle Diskussion um ein gewerkschaftliches Bildungshaus ist zwar der Verfasserin des Artikels wahrscheinlich nicht bekannt, aber sie liefert in dem Artikel immer wieder Brücken in unsere innergewerkschaftliche Diskussion.  Ob  mit der Feststellung „dass Bildung mehr vermitteln müsse als abrufbares Faktenwissen, darüber herrscht auch heute Einigkeit“, dies dürfte sich in der gesamtgesellschaftlichen Bildungsdiskussion herumgesprochen haben, aber in manchen Delegiertenreihen diverser gewerkschaftlichen Konferenzen dürfte diese Erkenntnis stecken geblieben sein. Oder das Bildung Charakterbildung einschließen sollte – wir verstehen darunter eine Charakterbildung, die uns an der Beteiligung dieser Gesellschaft befähigen soll, dies ist vielfach niedergeschrieben und beschlossen. Wie Adler schon schreibt, die uns zu LenkerInnen und GestalterInnen dieser Gesellschaft macht, dazu gehört auch ein Freiraum, wo man selbstständig Entscheidungen abwägen und treffen kann und nicht dem erhobenen Finger oder dem bestimmenden „Ratschlag“ folgen muss.

Es kann nicht um eine Verringerung der Bildung gehen – nein – wir als GewerkschafterInnen müssen alle Anstrengungen einsetzen, dass Bildung ein weiterhin wichtiges gewerkschaftliches Gut bleibt, um den komplexen gesellschaftlichen und ökonomischen Herausforderungen begegnen zu können. Dazu benötigen wir eigene Bildungseinrichtigungen, wo gewerkschaftliches Bewusstsein im Vordergrund steht und dies rechnet sich auch „ökonomisch“ für die ArbeitnehmerInnenbewegung.

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